Hanf gehört wie der Hopfen zur Gattung der Hanfgewächse (Cannabaceae) und gedeiht in fast allen Klimazonen. Die Pflanze kann je nach Sorte bis 5 Meter hoch werden. Als Tiefwurzler reichen die Wurzeln bis zu 2,5m in den Boden. Hanf wächst ohne Pestizide, bekämpft auf natürliche Weise Unkräuter und Schädlinge und ist ein ausgezeichneter Sauerstofflieferant und somit ein Boden- und Klimaregulierer.
Als Sauerstoffspender liefert er auf gleicher Fläche bis zu 4-mal soviel Zellstofffasern für Papier, Bau und Dämmstoffe wie Holz. Somit könnte man sich das Abholzen unserer Wälder weitgehend ersparen.
Auch als Textilfaser ist Hanf einzigartig. Hanf ist 10-mal reißfester als Baumwolle, weist auf natürliche Weise Schmutz, Wasser und Geruch ab und liefert im Vergleich zu Baumwolle doppelt so viele Textilfasern. Zudem pestizidfrei! Hanffasern können sehr fein versponnen werden und eignen sich gut für Allergiker.
Hanf ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt.
Die ersten Funde sind ca. 12000 Jahre alt und stammen aus China. In Pharaonengräbern wurden auch schon Stoffe aus Hanf gefunden. Bei den Ägyptern und Israeliten nannte man die Pflanze „Kaneh Bosm“ was soviel wie aromatisches Rohr bedeutet. Daraus wurde Kanabos – das heutige Cannabis.
Die ältesten Funde in Europa sind ca. 5000 Jahre alt. Hanf und Flachs waren lange Zeit die wichtigsten Faserpflanzen Europas. Jedes Schiff war aus Holz und Hanf. Takelage, Seile, Segel. Seit Jahrhunderten fuhren Schiffe nur mit Hanftakelage auf den Weltmeeren.
Herodot erwähnte den Hanf bereits 450 v. Christus und Karl der Große hat den Hanfanbau sogar eigens anordnen lassen. Sein Krönungsgewand war ebenfalls aus Hanf. Früher braute man aus Hanf auch Bier. Während der Bauernkriege hat die Bevölkerung nur deshalb überlebt, wie sie Hanf hatte – alles andere wurde vernichtet.
Die Gutenberg-Bibel, alte Bücher und Gemälde, Landkarten, etc. sind nur deshalb erhalten geblieben, weil sie aus Hanfpapier oder Leinwand hergestellt wurden.
Bis 1820 wurden Stoffe, Bekleidung, Tischtücher, Betttücher, Vorhänge usw. vorwiegend aus Hanf und Flachs hergestellt. 1870 produzierte Levi Strauss seine erste Jeans aus Hanfstoff und legte so den Grundstein für ein Imperium. Ortsnamen wie Hempstead in den USA oder Hanfthal in Österreich erinnern heute noch an die Hochblüte dieser Pflanze.
Henry Ford baute in den 1920er Jahren sein „T-Modell“ – ein Hanfauto. Das Auto, „gewachsen aus der Erde“ hatte Plastikpaneele aus Hanf, dessen Schlagfestigkeit 10-mal stärker war als Stahlblech.
In Amerika konnte man von 1631 an seine Steuern sogar in Hanf bezahlen. Wer sich im 17. Jahrhundert im Bundesstaat Virginia weigerte, Hanf anzubauen, musste ins Gefängnis.
Georg Washington, Thomas Jefferson und Benjamin Franklin haben den Hanfanbau forciert. Es entstanden unzählige Hanfmanufakturen. In der Faserindustrie ging nichts ohne Hanf und Flachs. Im Schiffsbau und Papiersektor, bei der Treibstoffproduktion, bei der Lack- und Farbenherstellung bis hin zur Schmerzmedizin und Herstellung von Warzensalbe. Hanf war ein wichtiger Rohstoff!
Hanf war bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts die weltweit am meisten angebaute Nutzpflanze!
Auch in der Medizin war Hanf über 3500 Jahre das begehrteste Heilmittel. Selbst in der damaligen Schulmedizin wurde Hanf in vielen Bereichen, aber vor allem in der Schmerzmedizin eingesetzt. In den USA war Hanf im 19. Jahrhundert das meistverkaufe Schmerzmittel.
Leider ist nach dem Verbot (Initiiert durch die Chemische Industrie) viel Wissen über diese Pflanze vernichten worden.


Supersamen Apfel